Buch Review | Skinny Bitch

10 Informativ

10 Mehrwert

7 Kurzweilig

7 Spannend

7 Sachlich

Buch Review | Skinny Bitch

8.2

Skinny Bitch | Das Buch hat mich gefunden

 

Es lag da plötzlich so in unserem Treppenhaus. Danke liebe Nachbarn.

Es ist das erste Buch, welches ich in 3 Tagen durchgelesen habe. Ich war noch nie so schnell.

Es steht nicht drin, was ich erwartete. Don’t judge a book by its cover title.

Wir haben das Buch so genannt, um Aufmerksamkeit zu erregen und mehr Exemplare zu verkaufen.

Ich bin jetzt auch eine Skinny Bitch. So ein bisschen vielleicht.

Was du denkst was in „Skinny Bitch“ drin steht?

Als ich das Buch am Nachmittag vor einigen Tagen in unserem Treppenhaus fand, erinnerte ich mich, dass es vor ein paar Jahren durch viele Blogs ging. Es war die kleine Insta-Deko-Version von Lauren Conrads Schinken, „IT“ von Alexa Chung oder „How to be Parisian“, die wir heute zu Hauf  hübsch drapiert auf Instagram und vielen Mode-Blogs finden. Ich las keine der dazugehörigen Rezensionen, konnten mich damals doch nur blutige Psychothriller von McFayden und Fitzek zum Lesen animieren. Aber wie es da so lag, scheinbar ungelesen und niegelnagelneu nahm ich es kurzerhand mit und dachte zunächst es wäre eine Anleitung für die nächste unnütze Hollywood-Diät.

„So kriegen Sie Ihr Fett weg!“

„Schlank sein ohne Hungern!“

„Die Wahrheit über schlechtes Essen, fette Frauen und gutes Aussehen“

Bei diesen Slogan auf dem Cover nicht verwunderlich oder? Was mich dann erwartete war jedoch alles andere als der nächste billige Versuch mich zu eintönigen low-carb- oder high-fat-Diäten zu überreden.

skinny bitch book review I
Da lag es plötzlich (instagram: @joemashup)

Was tatsächlich in „Skinny Bitch“ drin steht

Ich war wirklich überrascht nachdem ich die ersten paar Seiten gelesen hatte und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ganz im Gegensatz zu meinen niedrigen Erwartungen bietet das Buch „Skinny Bitch“ tatsächlich einen Mehrwert für diejenigen, die sich ernsthaft mit ihrer Ernährung auseinandersetzen und sich immer öfter fragen, was sie da eigentlich alles in sich hineinstopfen. Nach und nach behandelt das Buch alle wichtigen Nahrungsbausteine und Grundzutaten unserer alltäglichen Essgewohnheiten angefangen bei „Die Wahrheit über Kohlenhydrate“, Zucker, Fleisch, Milchprodukte und Proteine. Dabei gehen die beiden Autorinnen nicht nur auf die Wirkungsweise und Nebeneffekte auf unseren Körper ein, sondern hinterfragen auch kritisch diverse Praktiken der Lebensmittelindustrie und deren Zusammenhänge und Zusammenarbeit mit den amerikanischen und europäischen Gesundheitsbehörden. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, schreiben so geschickt, unterhaltsam und verständlich, dass jeder Laie versteht was in unserem Körper passiert und dass es in vielen Bereichen der Nahrungsmittelherstellung nicht mit rechten Dingen zugehen kann.

„Also schreien Sie es von den Dächern, bis es auch die letzte Ihrer verblendeten Freundinnen hört: SIE DÜRFEN BROT UND OBST ESSEN!“

„Aa machen. Die Schüssel sprengen. Einen abseilen … Seien wir ehrlich: Es gibt nichts befriedigenderes, als einen großen, dampfenden Haufen zu machen.“

„Benutzen Sie ihre grauen Zellen, und werden Sie Ihren dicken Hintern los.“

Wie werde ich denn nun eine Skinny Bitch?

Das Grundprinzip von Rory Freedman und Kim Barnouin lautet: „Benutzen Sie ihre grauen Zellen, und werden Sie Ihren dicken Hintern los.“ Was nichts anderes bedeutet als kontinuierlich die Zutatenlisten zu studieren und bewusst nur die Produkte zu kaufen, von denen wir nun wissen, dass sie uns gut tun. Weg mit Fleisch, Zucker, Koffein und Milchprodukten. Vegan und ohne raffinierten Zucker lautet die Antwort. Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Nüsse, Linsen, Samen, …

Ihr denkt jetzt vielleicht, dass das nichts neues ist, das habt ihr schon zig mal gelesen und ja da mögt ihr Recht haben, A B E R ich glaube, je öfter wir es Lesen, je öfter wir uns mit dem Thema beschäftigen und je öfter wir uns bewusst machen, was Wachstumshormone im Fleisch, und Antibiotika in der Milch mit unserem Körper anrichten können, umso einleuchtender wird es für uns sich vegan zu ernähren.

Fazit: Wann solltest du Skinny Bitch lesen?

Ich würde jedem empfehlen Skinny Bitch zu lesen, ganz egal ob Fleischesser, Vegetarier oder Veganer, egal ob du dich clean oder paleo ernährst. Im Grunde wissen wir alle, dass Obst und Gemüse gut für uns sind. Trotzdem greifen wir immer wieder zu Junk Food und die Bäuche in unserer Gesellschaft werden immer runder und dicker. Diät-Limo und Light-Produkte erobern den Markt und wir belügen uns selbst wenn wir statt zur süßen Cola, zur „gesunden“ Variante mit Stevia greifen. Und wir wissen das. Und das ist traurig.

Skinny Bitch kann, wenn du dich darauf einlässt und unvoreingenommen bist, dich wieder wachrütteln. An vielen Stellen wirst du denken „Stimmt ja eigentlich. Da haben Sie recht. Eigentlich weiß ich das auch“. Ein gesundes Bewusstsein für Nahrung zu bekommen, clever zu sein und zu wissen was drin steckt und was die einzelnen Inhaltsstoffe mit deinem Körper machen, was dir gut tut und was Krankheiten wie Krebs, Herzprobleme, Diabetes, und und und begünstigt, das verrät dir Skinny Bitch. Und ich kann es jedem empfehlen einmal gelesen zu haben.

 

Ernähre ich mich jetzt vegan?

Jein. Ich ernähre mich schon länger vegetarisch und durch eine Laktoseintoleranz verzichte ich auch auf Kuhmilch, Quark und herkömmlichen Joghurt. Meine Schwachstelle ist eindeutig Käse. Auch wenn ich veganen Schnittkäse gefunden habe, der tatsächlich schmeckt, ist nichts besser als ein cremiger Chaumes, ein nussiger Manchego oder ein würziger Roquefort. Ja was Käse angeht bin ich wirklich ein Liebhaber und irgendwie hat er das Vegetarier sein unglaublich erträglich gemacht. Halloumi statt Kalbsfleisch im Döner. Feta auf dem Salat statt Hähnhenbrust. Hervorragend. Wenn ich allein Zuhause bin und für mich selbst koche, schaffe ich es auch vegan zu leben. Das große Problem ist das Zusammensein mit Freunden und Familie, das auswärts Essen gehen. Ich möchte niemandem zur Last fallen, will keine Extrawurst und nicht ständig nachfragen ob der Biskuitboden des Geburtagskuchen eifrei ist. Das bin ich nicht. Das will ich nicht sein.  Aber Bilder von Hühnern und Puten mit eitrigen Schwellungen, zerhackten Gesichtern und gerupften Federn haben mich irgendwann nicht mehr losgelassen und ich verzichte heute gern auf Hühnchenschenkel und Putenbrust. Mit Besenstielen vergewaltigte Schweine, und missbrauchte Kühe machen mich fassungslos und so furchtbar es klingt, es ist nicht die Ausnahme. Es sind keine Einzelfälle.

Am Ende des Tages ist es jedoch immer noch die Entscheidung jedes einzelnen was er zu sich nimmt und was er mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

Du bist, was du isst.

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4 Comments

  • Das Buch hat mir vor einigen Jahren sämtliches Essen versaut. 😀 Fleisch ging gar nicht mehr und andere Tierprodukte nur in ganz kleinen Mengen. Hätte es „damals“ schon das vegane Angebot von heute gegeben, ich hätte nie wieder irgendwas tierisches gegessen!

    • Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Heute gibt es eigentlich keine gute Ausrede mehr, sich nicht vegan zu ernähren.

      Liebe Grüße,
      Josephine

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