Filmtipp: Still Alice — Mein Leben ohne gestern

7 Story

9 Hauptdarsteller

6 Nebendarsteller

9 Gefühl

7 Szenische Gestaltung

Filmtipp — Still Alice

7.6

Freitag Nachmittag, die Bäuche sind voll, der Regen plätschert endlos und wir stehen ein bisschen ratlos in Mitte rum und fragen uns was wir mit dem grauen Tag noch anstellen können. Uns schon wieder in ein Restaurant oder Café zu flüchten ist keine Option und so machen wir uns spontan auf den Weg ins Kino. Um 17:00 ist die Auswahl noch nicht allzu groß. “The boy next door” ist den einen zu viel J.Lo, für “Everything will be fine” sind wir eine Woche zu früh dran. “Still Alice” wird es also werden und ich setze mich mit mulmigem Gefühl im Magen in den Kinosessel …

Still Alice — Handlung

Dr. Alice Howland (Julianne Moore) ist 50. Jahre alt, Linguistin, Professorin und dreifache Mutter. Mit ihrem Mann (Alec Baldwin) lebt sie in New York, ist erfolgreich, intelligent und sportlich. Eigentlich ein perfektes Vorbild dafür, wie man “im Alter” ein sehr gutes Leben führt.

Kurz nach ihrem Geburtstag bemerkt Alice, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Sie vergisst einzelne Worte, verliert die Orientierung auf dem Uni-Campus, wo sie seit Jahren unterrichtet. Aus Angst eventuell einen Tumor zu haben, begibt sie sich zu einem Neurologen. Verschiedene Test lassen keinen Raum für Zweifel. Alice wird eine sehr früh einsetzende Form von Alzheimer diagnostiziert.

In den folgenden 100min. thematisiert “Still Alice” den Umgang mit der Alzheimer-Krankheit, die Machtlosigkeit der Alice gegenübersteht, die Angst sich selbst zu verlieren, den Druck vor der Gesellschaft das Gesicht zu wahren, aber auch die Hilflosigkeit und Ungewissheit mit der ihr Ehemann und ihre Kinder konfrontiert sind.

Still Alice Julian Moore

Still Alice — Fazit

Ich wusste, worauf ich mich in etwa einlasse. Ich wusste, dass es kein Zuckerschlecken wird und ich war mir sicher, dass ich nicht mit trockenen Augen aus dem Kinosaal gehen werde. Trotzdem hat mich “Still Alice” mehr berührt als ich mir gewünscht hätte. Schonungslos, nicht romantisiert und vor allem menschlich. Julianne Moore gewann zu Recht den Oscar und den Golden Globe als  beste Hauptdarstellerin in “Still Alice”. Und schon wieder habe ich diesen dicken Klos im Hals…

Habt ihr Still Alice schon gesehen? Wenn ja, ging es euch ähnlich wie mir?

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