Sonntagsausflug in die Gärten der Welt

Gärten der Welt Berlin

 

Wusstet ihr, dass Berlin eine Seilbahn hat? Ich auch nicht — bis ich drin saß und in einen neuen, erholsamen Sonntagsausflug durch die Gärten der Welt im Berliner Bezirk Marzahn‐Hellersdorf startete.

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Gärten der Welt Berlin

Anfahrt + Seilbahn

Wir entschieden uns dieses Mal mit dem Auto anzureisen und wählten den Parkplatz P3, welcher der Seilbahn am nächsten und sehr gut ausgeschildert ist. Wer lieber mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Gärten der Welt fahren möchte, dem empfehle ich die U5 — Station “Kienberg”. Von hier aus sind es jeweils nur ein paar Meter bis zur Seilbahn Station “Kienbergpark”. 

Hier startet die 1,5km lange und ca. 4 minütige Fahrt über das Wuhletal, den Kienberg und die Gärten der Welt. In bis zu 35m Höhe kann man sich einen perfekten Überblick über die Anlage verschaffen und wird das erste Mal ins Staunen versetzt. 

Tipp

Wir haben ein Kombiticket für die Hin — und Rückfahrt mit der Seilbahn und den Eintritt in die Gärten der Welt gekauft. Der Preis lag bei: 9,90€

Die Gärten der Welt

Recht unglücklich gelöst ist die Endstation der Seilbahn. Man möchte denken, diese befindet sich direkt am Eingang des Parks. Doch dem ist nicht so. Bevor es tatsächlich durch die Gärten geht, müsst ihr von der Seilbahn noch etwa 300m entlang des Blumberger Damms laufen. Hier befindet sich der Haupteingang. Weitere Eingänge findet ihr am Gottfried‐Funeck‐Weg im Süden und in der Eisenacher Straße im Norden.

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Habt ihr den Garten einmal betreten empfehle ich euch zunächst nach rechts zu gehen und die internationalen Gartenkabinette zu betreten. Sie sind durch hohe Hecken abgeschirmt und es ist jedes Mal eine neue Überraschung in was für eine florale Welt ihr eintretet. Ich habe mich im chilenischen Garten von Teresa Toller am wohlsten gefühlt. Es war ein echtes kleines Traumland, dass kein Märchen schöner beschreiben könnte. 

Danach ließen wir uns einfach treiben und folgten den Schildern zu den unterschiedlichen Gärten. Was mir auffiel war die Weitläufigkeit der Anlage. Es war schönstes Wetter, Sonntag und trotzdem nicht zu Überlaufen. Familien und Gruppen saßen auf den Wiesen und genossen ein Picknick, Kinder tobten über den Wasserspielplatz, Rentner flanierten durch den Rhododendronhain und schnupperten an jeder einzelnen Blüte.

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Das Teehaus im Chinesischen garten

Wir liefen durch den Christlichen, Japanischen und Koreanischen Garten und legten im Chinesischen Garten die erste große Pause ein. Hier im Teehaus gesellten wir uns zu den anderen Parkbesuchern und machten es uns am See gemütlich. Eine Kanne weißen Tees sollte unseren Durst stillen während wir staunend auf die Kreationen unserer Nachbarn schauten. In ihren Gläsern entfalteten prächtige Teeblumen ihre Schönheit. Wenn ihr euch ebenfalls mit so einem Tee verwöhnen wollt, dann wählt die Nummer 203 (Qianrihong‐Blüte) oder 205 (Song Fang Jia Li) von der Speisekarte.

Große, sehr leckere vegetarische Hefe‐Dumplings und der süßliche Ehefrauenkuchen mit einer Füllung aus Roter‐Bohnen‐Paste gaben uns schließlich die Kraft unsere Reise durch die Gärten der Welt fortzusetzen. 

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Unsere nächsten Ziele war der englische Landgarten. Sogar ein paar Schafe haben es hier auf die Wiese geschafft. Das kleine Cottage kann man auch mieten. Zu unserem Besuch fand hier eine wunderschöne, kleine Hochzeit statt. Events von größerem Ausmaß gibt es regelmäßig in der Arena — einem offenem Amphitheater. Als nächstes soll wohl MIA auftreten.

Nach einer kurzen Pause auf der Wiese voller Gänseblümchen besuchten wir den Orientalischen Garten. In der Empfangshalle duftete es nach schwerem Zedernholz. Hinter den dicken Mauern betraten wir dann einen Garten wie aus Tausend und einer Nacht. Aufwendige Mosaike zierten die Wände. Springbrunnen bildeten den Mittelpunkt und Palmen säumten unseren Weg. 

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Einmal Bali — hin und zurück

Der letzte Punkt auf unserer Reise und der mit der größten Vorfreude, war der Balinesische Garten im Tropenhaus. Nach unserer Thailandreise im vergangenen Jahr kann ich gar nicht genug bekommen vom asiatischen Flair. Und auch hier haben es die Gärtner geschafft eine kleine Reise nach Fernost zu realisieren. So wie die anderen Gärten auch, wurde mit für das Land heimischen Materialien gebaut und gestaltet und Fachkräfte aus den jeweiligen Ländern für die Umsetzung eingeflogen. Ein Aufwand, der sich meiner Meinung nach gelohnt hat und überall wiederzukennen ist.

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So verbrachten wir also mehr als 5h in den Gärten der Welt und hatten noch immer nicht alles gesehen. Auf unserem Streifzug fehlen noch der Irrgarten und das Labyrinth, der Rosengarten, die Wassergärten und der ganze Kienbergpark samt Natur‐Bobbahn.

Wiederkommen ist also ein Muss. Und für den Rückweg machten wir noch Halt an der Mittelstation der Seilbahn. Hier bestiegen wir den “Wolkenhain”. Er war das Wahrzeichen der IGA 2017 (Internationale Gartenausstellung) und befindet sich auf dem höchsten Punkt des Kienbergs. In 120m Höhe hat man eine hervorragende Aussicht über den Park und die beeindruckende Plattenbaulandschaft von Marzahn‐Hellersdorf.

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Fazit

Kurz und knapp: Ich habe bei weitem weniger erwartet!

Ich hatte keine großen Vorstellungen von unserem Besuch in den Gärten der Welt. Die Assoziation mit der IGA rief in mir Bilder eines Rentnerparadies’ gespickt mit endlosen Beeten voller, kleiner Stiefmütterchen und bunten Primeln hervor. Doch stattdessen sind die Gärten ein großartiges Beispiel moderner Landschafftsarchitektur und Gartenkunst. Ebenfalls beeindruckt hat mich die Toleranz der Betreiber. Man durfte die Rasenflächen betreten, Essen mitbringen und Picknickdecken ausbreiten. Hier und da standen Stühle unter den Schatten spendenden Bäumen — ein völlig ungezwungener und einladender Besuch. Und wir kommen ganz bald wieder! ♥︎

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2 Comments

    • Hi Anni,

      ich freue mich, dass du durch meinen Artikel wieder Lust auf diesen schönen Teil Berlins bekommen hast.
      Ich denke nach der IGA in 2017 hat sich nochmal einiges getan auf dem Gelände und du wirst viele neue Sachen entdecken. Ganz viel Spaß!

      Liebe Grüße,
      Josephine

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